Geistesgegenwart
Nach durchfeierter Nacht wärmte noch ein Kaffee seine erschlafften Glieder. Den Heimweg musste er noch schaffen. Er verließ das Lokal, der Tag war fahl. Das Trottoir fühlte sich breiig an. An einer Straßenecke lag ein Teppich, vielleicht stolperte er, plötzlich lag er darauf. Und schon flog der Teppich los. An seine Ränder geklammert, jagte er durch Straßen und über Plätze und um Ecken. Doch in einer Kurve konnte er sich nicht mehr halten, fiel hinunter auf den Asphalt. Kaum hat er sich auf seine Beine gerappelt, stürzen sich schon Scheinwerfer eines Autos heran, Pneus quietschen. Im letzten Moment springt er zur Seite und erbricht sich in den Straßengraben. So ein glücklicher Reflex! Sonst hätte er womöglich noch die glänzende Kühlerhaube vollgekotzt! Danach ging es ihm besser. Der Teppich war davongeflogen, das Auto fuhr weiter, er ging nach Hause.
© 2008 Georges Raillard