Rauschen im Pinienhain
Pinien überdachen uns. Die Winde streichen durch ihre Zweige wie durch Harfensaiten. Ihr Klang gleicht dem beruhigenden Raunen der Mutter. Durch den Pinienhain wehen sanfte, warme Winde. Alle Heftigkeit scheint ihnen genommen. Kein ragender Unwille stemmt sich ihnen entgegen. Sie spielen mit den Zweigen. In ihnen spielen die Zweige mit sich selbst. Es sind niedrige Winde, sie sind da und um uns, wir brauchen nirgendwo hinzublicken. Sie erfüllen die Luft, die wir atmen, das Licht, das uns strahlt, die Erde, die wir begehen. Sie erfüllen uns selbst, durchdringen uns. Wir sind nicht von ihnen ausgeschlossen, doch bemächtigen sie sich unser nie. Macht haben sie keine. Sie reden uns zu. Es sind immer viele Winde, nie ein einziger. Ihr Rauschen ist ihr Zusammenspiel. Wir sind keine Fremden. Wir lauschen ihm, wir singen in ihm, aber nur leise, selbst ist es schon Gesang.
© 2009 Georges Raillard